Mein erstes Mal… Rock am Ring! Und dann sowas

Dieses Wochenende sollte endlich soweit sein: Das erste Mal Rock am Ring für mich und meine Freundin. Eigentlich immer, wenn ich die Übertragungen der vergangenen Jahre im Fernsehen gesehen habe dachte ich mir: Da musst du mal hin!

Aber wie das dann so ist, mal fehlt die Zeit, mal fehlt das Geld, mal beides oder schlicht die Begleitung.

Aber dieses Jahr ging es Donnerstag Mittag los. Die Wettervorhersage war mehr so mittelgut, aber was will man machen? Ich hatte in anbetracht der Schlammmassen auf dem Camping-Platz die Warmduscher-Variante Experience gebucht, mit festen Wegen und anständigen Sanitäranlagen. Noch dazu: Kurzer Weg aufs Festivalgelände.

Dass diese Entscheidung richtig war merkten wir Donnerstag Abend: Wir wollten Kumpels besuchen und wateten schon durch den Schlamm. Sehr lustig beim Einlass auf den Campingplatz die Aussage der Security: Es hätte noch keine Freigabe gegeben, andere Besucher auf die Plätze zu lassen. Aha. Warum? Wir wollen uns da hinsetzen und Bier trinken, Zelte haben wir keine dabei. Zum Glück lies der Herr mit sich reden und uns wurde Einlass gewährt.

Die Security-Mannschaft war einfach schlecht: Gepäck wurde überhaupt nicht kontrolliert. Als ein Security-Mitarbeiter einen Rucksack nur von außen abgetastet hat musste ich leicht Schmunzeln. Freitag Abend sah ich  einen Fan mit 3 Kisten Bitburger im zweiten Wellenbrecher. Glasverbot auf dem gesamten Gelände? Freunde berichteten von Besuchern ohne Einlassbändchen, die Problemlos durch die Kontrollen kamen.

Aber vorher war da noch das Gewitter: Tenacious D sollten gerade loslegen, da kamen die Durchsagen, alle Notausgänge des Festivalgeländes wurden geöffnet und der kurze Weg machte sich bezahlt: Ich kam trockenen Fußes zurück ins Camp. Warten war angesagt. Rock am Ring postete auf Facebook häufig Updates aber die Kommentare hatten Comedy-Faktor: Fast jeder forderte den Abbruch der Veranstaltung, keiner der Kommentierenden war vor Ort. Ich dachte nur: Jetzt abbrechen und 90.000 Besoffene in die Autos setzen ist eher schlecht. Außerdem glaube ich, dass einige einfach nicht gegangen wären.

Tenacious D und Volbeat haben den Abend dann noch gerettet.

Am nächsten Tag strahlender Sonnenschein, kopfschüttelnd las ich online Berichte und Kommentare über den gestrigen Tag. Ja, es hat gewittert, leider gab es Verletzte. Der Veranstalter hat meines Erachtens richtig und relativ rechtzeitig reagiert. Die Menschen sind eben auf einem Campingplatz, der sonst nur eine Wiese ist, das lässt sich nunmal nicht ändern.

Bei der nächsten Gewitterwarnung wurde gefühlt früher informiert: Wir waren gerade auf dem Weg vom Green Camping (komplett andere Seite des Geländes) zurück in unser Warmduscher-Camp, der kürzeste Weg wäre über das Festivalgelände gewesen. Die Durchsage bat alle Besucher schnellstmöglich das Auto oder das Zelt aufzusuchen. Und abermals zeigten die Security-Mitarbeiter ihre absolute Unfähigkeit. Statt uns den direkten Weg über das Festivalgelände zu gewähren wurden wir abgewiesen, außenrum, riesen Umweg. Und wieder hieß es: Warten! Mittlerweile gab es Kommentare, dass der Abbruch fest stünde und es hätte zwei Tote gegeben. Marek Lieberberg, als Veranstalter wurde Geldgeilheit und Schlimmeres vorgeworfen. Es gab kein Gewitter mehr, das Programm wurde zusammengestaucht aber die Red Hot Chili Peppers und Billy Talent waren großartig!

Danach verkündete Marek Lieberberg auf der Bühne: Das Festival endet am Sonntag um 12 Uhr, die Genehmigung der Verbandsgemeinde ist entzogen. Scheiße! Ja, richtige Scheiße! Ich hätte gerne noch einen weiteren Tag gefeiert und ich glaube da war ich nicht alleine. Dem Veranstalter Geldgeilheit vozuwerfen ist lächerlich, der wollte nur ein Festival für die Fans abhalten.

Erneut bei strahlendem Sonnenschein am nächsten Tag ein letzter Kaffee. Ich dachte nur: “Du hast noch ordentlich Restalkohol im Blut”, da kam ein Mitarbeiter des Camps: Wir müssen bis 12 Uhr weg! Ich: “Habt ihr einen Alkotester?” Er: “Leider nicht, wartet im Auto die Polizei steht wohl überall und kontrolliert.” Ja spitze! Die Leute erfahren um 3 Uhr nachts vom Abbruch, viele von ihnen voll wie eine Haubitze, dann müssen sie innerhalb von 9 Stunden ausnüchtern und noch ganz nebenbei teilweise kilometer zum Parkplatz laufen. Angeblich stünden Wasserwerfer und Bereitschaftspolizei zur Räumung des Camps bereit, sagte der Mitarbeiter. Aha! Wir packten unsere Sachen. Auf dem Weg zum Auto ähnlich häufig Krankenwagenalarm wie nach dem Gewitter: Hitzschlag! Wir kamen relativ gut vom Parkplatz, andere offenbar leider nicht. RaR sollte um 12 Uhr beendet sein, um kurz vor 18 Uhr postet der Veranstalter die Information über Wasserstellen, Gewitter gab es bis in den frühen Abend wohl keine mehr.

Die erzwungene Absage halte ich für eine absolut falsche Entscheidung der Verbandsgemeinde. Der Veranstalter hat nach den Unfällen am ersten Abend anschließend noch besser und schneller reagiert, wem der Wetterbericht zu unsicher war ist eh schon abgereist. Man hätte Sonntag zeitig mit den Konzerten beginnen können und notfalls bei Unwetter wieder unterbrechen oder dann abbrechen können, Abreise Montag wie gewohnt. So oder so ähnlich hätten es sich auch die Veranstalter gewünscht.

Was bleibt also? Auf jeden Fall der Verdacht, dass Jan Böhmermann Hunderte Fake-Security-Mitarbeiter bei Rock am Ring eingeschleust hat! Ich freue mich auf das Neo Magazin Royale nach der Sommerpause. Spass beiseite: Das war schlecht! Da sollte der Innenminister mal eher hinschauen. Außerdem: Die Entscheidung für das Warmduschercamp war richtig und ihr Geld wert. Und nächstes Jahr? Wieder hin? Höchstwahrscheinlich! Aber ich bin gespannt auf die Berichte der kommenden Tage ob das Festival überhaupt so noch mal stattfindet.

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