Weil ich es zunehmend mitbekomme mache ich meinem Verdruss hier einmal Luft und vielleicht geht es euch genauso. Ansonsten habt ihr ggf. weitere Beispiele dafür, es regt gegebenenfalls zum Nachdenken an oder das Thema wird sogar diskutiert…
Ich finde es eine absolute Unsitte, dass wenn man auf etwas aufmerksam machen möchte, kommt verstärkt ein Pauschaleinwand a la KO-Kriterium von Leuten, die spontan eine differenzierte Meinung dazu haben, zumindest dem Argumentierenden einen Grund gibt, dies für sich abzutun. Machen wir es an zwei Beispielen deutlich:
Erstens: Wegen der EM 2012 werden in der Ukraine qualvoll und unwürdig streunende Hunde und Katzen elendig ermordet. Bei lebendigem Leib verbrannt mit mobilen Krematorien, o. a. Nun haben einige per Facebook, Online-Petition, etc. darauf aufmerksam gemacht und zum Protest aufgerufen.
Mehrmals habe ich mitbekommen das Mitmenschen dann argumentieren, ja schlimm, aber wie viele Kinder oder Menschen sterben täglich in Afrika an Hunger oder wie viele streunende Hunde und Katzen werden in südlichen Ländern (z.B. Spanien) seit ewiger Zeit ganzjährig ebenfalls umgebracht, weil sie nicht in das Image des Landes passen oder viel eher noch den Tourismus stören und Gäste = Einnahmen gefährden.
Unbestritten das dem so ist, aber relativieren andere Tatsache nun das man auf die Schande, die in der Ukraine abgezogen wurde wegen der WM nächstes Jahr, nicht mehr hinweisen kann/soll? Habe übrigens in unseren tollen Medien darüber noch nichts gehört, gesehen, gelesen…
Mittlerweile hat die UEFA sowie Politiker in der Ukraine wenigstens reagiert und hoffen wir mal das das Grauen endlich ein Ende hat: http://de.uefa.com/uefa/aboutuefa/news/newsid=1719010.html
Zweitens: Es gibt in Wiesbaden wohl eine Idee zum verschönern der hessischen Landeshauptstadt: Wiesbaden Knäuelt – Strick Dir Deine Stadt. Es geht dabei darum, dass man mit Wolle strickt und so beispielsweise Eisengeländer einstrickt um diese schöner, wärmer zu machen. Ist wie alles Geschmackssache, aber kreativ definitiv! Als dazu jemand auf Facebook seine Begeisterung postete, gab es direkt ein Kommentar das man lieber für die Obdachlosen mal was stricken sollte, jetzt wo es wieder kalt wird, der Winter vor der Tür steht…
Ist auch richtig, aber auch hier die Frage, darf man jetzt nicht mehr kreativ sein oder Spaß haben, zumindest mit Strickwaren, bis keiner mehr friert ohne Dach überm Kopf?
Es ist grundsätzlich sicherlich ein nicht gänzlich einfaches Thema, aber engagieren sich die Leute mit ihren Einwänden nun für die Sterilisation der streunenden Tiere oder für deren Überführung in die Hände von Tierschutzorganisationen? Engagieren sich die Leute nun in Suppenküchen oder verteilen Decken aus der Altkleidersammlung? Wenn man ihnen sagen würde, dann strick du doch mal einen Schal für Obdachlose würde es bei den meisten wohl heißen, ich kann ja leider nicht stricken…
Ich will damit sagen, geht mit offenen Augen durchs Leben, und wägt ab, ob Dinge sinnvoll sind oder nicht, aber bitte nicht Äpfel mit Birnen verrechnen, dass wurde uns eigentlich in der Schule bereits beigebracht, dass das nicht geht.
Um mit den Worten unseres Admins und Autoren abzuschließen:
Thank you – Fuck you
Quellen:
facebook.de
uefa.com
Ja diese ganzen “Denkt denn wer an die Kinder”-Leute… ha. Kleiner Nachtrag: Das sind nicht meine Worte, sondern die des Rockunikums Rainer aus Wiesbaden (hmm, vermutlich sind es auch nicht seine, aber egal, war meine Quelle), aber hey – jeder sollte das desöfteren verwenden, ist fast immer angebracht
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Ich weiß nicht, also das mit der Wolle finde ich nicht gut. Die wird nass, fällt ab, dann fressen es die Tauben und die verrecken dann an der nassen Wolle.
Wer denkt denn da an die Tauben?
Ach und Patrick: in der Zeit in der du hier Artikel schreibst hättest du lieber mal nen schönen Wollpulli für einen Obdachlosen häkeln können oder ein paar Stullen für die hungrigen Kinder in Afrika schmieren können! – Aber Ne!
“Brot für die Welt, aber die Woscht bleibt hier!”
(Hagen Rether)